Der Juli neigt sich dem Ende und es wird wieder Zeit, dass ich hier einmal zusammentrage, was mich im letzten Monat bewegt und beschäftigt hat.

Invited Talk

Am 15.07. war ich zu Gast auf der ViTeach-Konferenz des virtuellen Campus Rheinland-Pfalz (VCRP). Tim Wiegers, einer der Veranstalter, hatte mich gefragt, ob ich einen Vortrag halten könne, in dem ich ein wenig auf die wissenschaftliche Perspektive auf den Gegenstand „Erklärvideos“ blicke. Einen solchen Vortrag hatte ich schon mal gehalten und drei unterschiedliche methodische Zugänge in Form von drei unterschiedlichen Studien vorgestellt. Ein Mitschnitt des Talks sollte demnächst online verfügbar sein. Nach dem Talk unterhielt ich mich mit den Zuhörenden/Zuschauenden über meine Interpretation der vorgestellten Studien und deren Implikationen auf Erklärvideos, die ich sowohl für meine Studierenden drehe als auch am Zentrum für Mediales Lernen (ZML) des KIT produziere.

Semesterende

Natürlich ist auch am KIT das Semester, das dritte „Corona-Semester“, inzwischen zu Ende gegangen. Üblicherweise beende ich meine Seminare damit, dass ich die Ergebnisse der formalen Lehrevaluation mit meinen Studierenden bespreche. Diese Transparenz ist mir sehr wichtig. So zeige ich den Student:innen, dass mir ihre Meinung sehr wichtig ist und ich meine Lehre stets weiterentwickeln möchte. Ich war zudem sehr erfreut, dass die Evaluation in diesem Semester soweit ich das beurteilen kann die beste war, die ich überhaupt jemals erhalten habe. Für die letzte Seminarsitzung stelle ich den Studierenden immer drei Fragen:

  1. Welches war dein größtes Aha-Moment in diesem Seminar?
  2. Was hätte besser laufen können?
  3. Was nimmst du aus diesem Seminar für dein weiteres Studium oder dein Berufsziel mit?

Insbesondere die Antworten auf die zweite Frage interessieren mich sehr, da hier oft Punkte genannt werden, an denen ich arbeiten kann um meine Lehrveranstaltung weiterzuentwickeln. In einer der beiden Gruppen wurden hier Stimmen laut, dass sich die Studierenden gerne mehr Zeit für die Inhalte genommen hätten, um sie individuell zu vertiefen – nicht im Sinne von „wir haben zu wenig darüber gesprochen“, sondern mehr im Sinne von „verdammt, das interessiert mich wirklich, hätte ich doch bloß mehr dazu gelesen!“ Und es freut mich außerordentlich, dass ich bei den Student:innen diese Neugierde wecken konnte – ich hoffe, dass mir das auch bei künftigen Durchführungen von L2D2 gelingt.

Ein MOOC entsteht

Die dritte große Baustelle, die mich derzeit enorm auf Trab hält, ist ein MOOC, den wir am ZML gerade produzieren. Es geht bei dem Projekt darum, einen Kurs über Maschinelles Lernen zu erstellen, der – im Gegensatz zu vielen anderen solchen Angeboten – in deutsche Sprache verfasst ist. Für insgesamt sechs Kurswochen drehen wir jeweils vier Videos, die bis Ende August fertig sein sollen. „Dank“ der Corona-Pandemie sind wir mit den Dreharbeiten im Frühjahr etwas in Verzug gekommen, was sich jetzt rächt. Leider haben wir einen strikten Zeitplan, der uns nicht wirklich erlaubt, den Kursstart weiter nach hinten zu verschieben. Wer schon mal ein wenig spicken möchte, was in diesem Kurs behandelt wird, wird auf der Plattform des KI-Campus fündig, wo der Kurs angeboten werden wird.